Jahresrechnung 2009

Kreistagssitzung 26. 07.2010                                                     Redebeitrag Dora Pfeifer-Suger   

 Sehr geehrte Frau Störr-Ritter, sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 2009 war in Folge der Finanzkrise von finanzieller Unsicherheit und erheblichen Herausforderungen im Sozialbereich geprägt.

Die Finanzausgleichszahlungen wurden unter dem Jahr gekürzt, gleichzeitig stiegen die Kosten im Sozialbereich. Die höheren Ausgaben im Verwaltungshaushalt führten zu einer reduzierten Zuführung an den Vermögenshaushalt und schlussendlich zu einem Defizit von 1,7 Millionen Euro. (Dies wurde von meinen Vorrednern bereits ausführlich  beschrieben)

Der Zuschussbedarf des Sozialbereichs lag um 7 Millionen Euro höher als im Jahr 2008.  Der Zuschussbedarf für die Wohnungskosten nach SGB II sind enorm gestiegen und beliefen sich auf knapp 1,8 Millionen über dem Anschlag. Dabei sind die vom Sozialamt bzw. der ARGE akzeptierten Mietkosten niedriger angesetzt sind als die im Landkreis üblichen Mieten.

Vor allem bei Menschen mit niedrigen Einkommen, z. B. in Leiharbeit Beschäftigte, reicht der Verdienst oft nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, und der Lohn muss durch Leistungen nach SGBII aufgestockt werden.  Spätestens bei einsetzender der Kurzarbeit oder mit einsetzender Arbeitslosigkeit sofort in den SGB II-Bezug, weil das Arbeitslosengeld 1 nicht ausreicht um den Mindestbedarf zum Leben zu decken.

Zu großer Sorge Anlass gibt der anhaltende steigende Bedarf der Jugendhilfe, in 2009 mit 1,8  Millionen €. Auch in den kommenden Jahren muss in diesem Bereich mit steigenden Kosten gerechnet werden. Teilweise wurden die höheren Kosten durch neu auf den Landkreis übertragene Aufgaben wie im Bereich der Kinderbetreuung verursacht.

Aber vor allem ist hier deutlich ein Zusammenhang zwischen zunehmender Verarmung  durch prekäre Arbeitsverhältnisse und ALG-II-Bezug und steigendem Jugendhilfebedarf zu erkennen.

Die Forderung der Wirtschaft nach billigeren Arbeitskräften hat ihren Preis. Wo trotz langen Arbeitszeiten der Lohn nicht reicht, um selbst eine kleine Familie zu ernähren, wo Leistungsdruck und Angst um den Arbeitsplatz Menschen krank macht, zahlen die Schwächsten in der Gesellschaft – die Kinder – den höchsten Preis. Der Bedarf im Jugendhilfebereich und im Sozialbereich wird aufgrund der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation auch in nächsten Jahren ansteigen.

Die Weichen werden im Bund und im Land gestellt. Die Zeche zahlen die betroffenen Menschen und die Landkreise und Gemeinden.

Immer mehr Aufgaben werden auf die Gemeinden übertragen, der Finanzausgleich, die Beteiligung der Kreis und Gemeinden am Steueraufkommen, wird aber nicht entsprechend angepasst und der Bund will die Beteiligung an den Wohnungskosten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger weiter reduzieren.

Hier müssen deutliche Signale an die Bundes- und Landesregierung gesendet werden. Denn für die Kreise und Gemeinden ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Wer bestellt, sprich die Gesetze erlässt und die Aufgaben verteilt muss auch das Geld dafür bereitstellen.

Auch im Bereich der Verwaltungsreform bleibt ein Defizit beim Landkreis, das sich in 2009 auf ca. 300.000.- € beläuft.

In den nächsten drei Jahren werden die Ausgleichszahlungen des Landes zum erreichen der so genannten Effizienzrendite um 1 Million € gekürzt werden. Wie diese 1 Million € durch weiteren Abbau von Personal kompensierte werden soll ist aus unserer Sicht mehr als fragwürdig.

Zudem soll das Vermessungsgesetz geändert und durch die zwingende Vergabe weiterer Vermessungsleistungen an öffentlich bestellte Vermessungsingenieure die Privatisierung von Vermessungsleistungen vorangetrieben werden.

Diesem Vorhaben muss eine klare Absage erteilt werden. Das Land betreibt hier Klientelpolitik zu Lasten der Landkreise. Das Defizit das durch den Gebührenausfall entsteht kann nicht so schnell durch weiteren Personalabbau ausgeglichen werden.  

Die Haupteinnahmequelle des Landkreises ist die Kreisumlage. Dies muss den  Zuschussbedarf des Sozialbereichs decken.

Auch die Kosten, die für die 8 Kreisgymnasien anfallen sollten durch die Kreisumlage gedeckt werden.  Schließlich ist es eine Ausnahmesituation, dass allgemein bildende Gymnasien sich in der Trägerschaft eines Landkreises befinden. Normalerweise liegt diese bei Städten oder Gemeinden.

Der Zuschussbedarf im Sozialbereich belief sich auf bei 76.900.000.- €. Für die Kreisgymnasien wurden in 2009 etwa 7 Millionen € aus dem Kreishaushalt bezahlt.

Die Kreisumlage erbrachte gerundet 79.500.000 €.

Das bedeutet, dass 4,4 Millionen € nicht durch die Kreisumlage abgedeckt waren und diese eigentlich um etwa 1,8%punkte höher hätte sein müssen. Bei allem Verständnis für die schwierige Finanzsituation der Gemeinden muss aber auch hier gelten, wenn der Landkreis für die Gemeinden Aufgaben übernimmt, muss die Kreisumlage auch die Kosten decken.

Die finanzielle Situation wird sich in den kommenden Jahren eher verschärfen. Zurückgehende Zuweisungen vom Land an Gemeinden und Kreise stehen steigenden Ausgaben gegenüber. Die Bundesregierung wird sich endlich bewegen müssen um die kommunalen Haushalte vor dem Ruin zu retten. Die Gewerbesteuer muss auf eine breitere Basis gestellt werden. Zudem müssen die Kommunen über den Finanzausgleich so ausgestattet werden, dass sie die ihr übertragenen Aufgaben auch erfüllen können.

Erstellt am Montag, 26. Juli 2010
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PM Grüne Kreistagsfraktion fordert bessere Information der Öffentlichkeit zu Fessenheim

6. Juli 2010

Pressemitteilung

Eine Berichterstattung über die Sitzungen der lokalen Informations- und Kontrollkommissi-on (CLIS) zu Fessenheim in der darauf folgenden öffentlichen Kreistagssitzung fordert die Grüne Kreistagsfraktion in einem Antrag. Zudem wollen die Grünen, dass den Kreisräten die Sitzungsprotokolle der CLIS in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt werden.

Durch eine Gesetzesänderung in Frankreich wurde die seit der Inbetriebnahme des Atom-kraftwerks bestehende lokale Kontrollkommission CLS in CLIS geändert, wodurch die Öff-nung für Mitglieder aus Deutschland möglich wurde. Dadurch sollte mehr Transparenz her-gestellt und der Informationsfluss für die Bevölkerung auf der deutschen Seite verbessert werden. Seit Anfang 2009 sind Landrätin Dorothea Störr-Ritter und Regierungspräsident Julian Würtenberger Mitglieder in der CLIS. „Von einem besseren Informationsfluss und mehr Transparenz ist aber bisher nichts zu spüren gewesen“, erklären Martin Richter und Dora Pfeifer-Suger. „Mit unserem Antrag wollen wir erreichen, dass die Bevölkerung bes-ser und umfassender informiert wird“. Mehr Transparenz und eine umfassendere Informa-tion der Bevölkerung sei gerade in Bezug auf das Atomkraftwerk Fessenheim dringend erforderlich, argumentieren die Grünen. „Die Sorge und Unsicherheit in der Bevölkerung über den Sicherheitszustand des ältesten Atomkraftwerk Frankreichs ist groß und die Menschen haben ein Recht auf umfassende Information“. Daher begrüßt die Kreistagsfrak-tion, dass jetzt die als nichtöffentlich angekündigte Information zum Atomkraftwerk Fes-senheim und zur CLIS in der Sitzung des Ausschusses für Grenzüberschreitende Zusam-menarbeit nach Intervention der Grünen am 12. Juli öffentlich stattfindet.

Erstellt am Dienstag, 6. Juli 2010
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Antrag auf öffentliche Behandlung im Ausschuss für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

An Frau Landrätin Dorothea Störr-Ritter       5. Juli 2010

Antrag

AGZ – Sitzung am 12.07.2010
Öffentliche Behandlung für den Tagesordnungspunkt 1

Die Kreistagsfraktion der Grünen beantragt:

1. den Tagesordnungspunkt 1, Bericht zum Atomkraftwerk Fessenheim, öffentlich zu behandeln und wegen Wahrung der Einladungsfrist noch einmal ent-sprechend einzuladen.

2. zusätzlich ein Mitglied aus der Kommission unabhängiger Wissenschaftler (GSIEN) einzuladen, die unter Leitung der Physikerin Monique Sené die Un-tersuchungen in den letzten Monaten begleitet haben.

Begründung:

Die nichtöffentliche Behandlung dieses Tagesordnungspunktes widerspricht dem Informa-tionsrecht der Bürgerinnen und Bürger und deren berechtigtem Interesse an den Vorgän-gen im Atomkraftwerk Fessenheim und an dessen Zustand. Es ist nicht nachvollziehbar, warum diese Sachverhalte und Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten werden sol-len. Eine Behandlung hinter verschlossenen Türen wird das Misstrauen und die Sorge der Bevölkerung bezüglich der Sicherheit des Atomkraftwerks noch verstärken.

Nach der Landkreisordnung ist die nichtöffentliche Behandlung von Tagesordnungspunk-ten dann vorgesehen, wenn es das öffentliche Wohl oder berechtigte Interessen einzelner erfordert oder bei Vorberatungen in den Ausschüssen für den Kreistag. Da es sich laut der Vorlage nicht um eine Vorberatung, sondern um eine Information handelt und weder das öffentliche Wohl, noch ein berechtigtes persönliches Interesse einzelner den Ausschluss der Öffentlichkeit erfordern, sondern im Gegenteil ein, großes berechtigtes öffentliches

Interesse an diesem Thema besteht, halten wir es für geboten, diesen Tagesordnungs-punkt öffentlich zu verhandeln.

Vor etwa 2 Wochen veröffentlichte die Kommission unabhängiger Wissenschaftler ihren Bericht zum Zustand von Block 1 des Atomkraftwerks Fessenheim. Im Sinne einer ausgewogenen und neutralen Darstellung des Sachverhalts und einer umfassenden Information halten wir es für wichtig, eine Wissenschaftlerin bzw. einen Wissenschaftler aus dieser Kommission zur Sitzung des AGZ einzuladen.

Barbara Schweier, Dr. Martin Richter, Dora Pfeifer-Suger

Anhang (pdf)

Erstellt am Montag, 5. Juli 2010
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Antrag Information des Kreistags und der Öffentlichkeit über die Sitzungen der CLIS

An Frau Landrätin Dorothea Störr-Ritter                             1. Juli 2010

1. Wir beantragen hiermit, jeweils nach einer Sitzung der CLIS in der darauf fol-genden öffentlichen Sitzung des Kreistags über die dort behandelten Punkte zu berichten. Nur so kann Transparenz und ein kontinuierlicher Informations-fluss für die Bevölkerung erreicht werden.

2. Bitten wir Frau Landrätin Störr-Ritter, eine deutsche Fassung der Sitzungs-protokolle der CLIS den Kreisrätinnen und Kreisräten zur Verfügung zu stel-len.

Begründung:
Durch eine Gesetzesänderung in Frankreich wurde die seit der Inbetriebnahme des Atom-kraftwerks bestehende lokale Kontrollkommission CLS in CLIS geändert, wodurch die Öff-nung für Mitglieder aus Deutschland möglich wurde. Dadurch sollte mehr Transparenz her-gestellt und der Informationsfluss für die Bevölkerung auf der deutschen Seite verbessert werden.

Seit Anfang des Jahres 2009 ist Frau Störr-Ritter stimmberechtigtes Mitglied in der CLIS, der lokalen Information- und Kontrollkommission zum Atomkraftwerk Fessenheim. Die bis-herige Information der Öffentlichkeit über die Sitzungen der CLIS und der dort behandelten Themen durch die Presse ist bei weitem nicht ausführlich genug. Mehr Transparenz und eine umfassendere Information der Bevölkerung ist gerade in Bezug auf das Atomkraft-werk Fessenheim dringend erforderlich. Durch eine regelmäßige Berichterstattung in den öffentlichen Kreistagssitzungen kann diese Lücke geschlossen werden.

Dr. Martin Richter         Dora Pfeifer-Suger             Barbara Schweier

Erstellt am Donnerstag, 1. Juli 2010
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PM Grüne halten Behindertenbeirat und Behindertenbeauftragte/n für Breisgau-Hochschwarzwald für dringend erforderlich.

 12. Juni 2010

Mit einem Antrag an den Kreistag will die grüne Kreistagsfraktion die Einrichtung eines Behindertenbeirats und eines Behindertenbeauftragten voranbringen.

 „Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald unterstützt die Einrichtung eines gewählten Behindertenbeirats und eines Behindertenbeauftragten als eine von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige Anlauf- und Ombudsstelle für Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen“, lautet der Beschlussantrag.

Die im März 2009 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention erfordert für alle Beteiligten ein Umdenken in allen Bereichen und die Umsetzung in die Praxis verlangt erhebliche Veränderungen. Dabei kann ein Behindertenbeirat wertvolle Dienste leisten, da die Bedürfnisse und Erfordernisse von Menschen mit Behinderung durch die Betroffenen selbst am besten eingebracht werden können.

„Wir halten die Einrichtung eines gewählten Behindertenbeirats und eines oder einer Behindertenbeauftragten für dringend erforderlich“, erklären Dora Pfeifer-Suger und Elisabeth Battke, die beiden sozialpolitischen Sprecherinnen der Grünen Kreistagsfraktion. „Mit dem oder der vom Behindertenbeirat gewählten Behindertenbeauftragte/n  streben wir eine von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige Anlaufstelle für Menschen mit Behinderungen an, sozusagen eine Ombudsstelle, die bei Unstimmigkeiten mit Leistungserbringern und Leistungsträgern auch als Vermittlungsstelle auftreten kann“.

Die LIGA der freien Wohlfahrtverbände hat einen praktikablen Vorschlag ausgearbeitet, der aus Sicht der Grünen Kreistagsfraktion eine gute Grundlage für weitere Schritte darstellt.

Erstellt am Samstag, 12. Juni 2010
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Antrag: Einrichtung eines gewählten Behindertenbeirats und einer bzw. eines Behindertenbeauftragteng

An Frau Landrätin  Dorothea Störr-Ritter                                   1. Juni 2010

  Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen stellt folgenden Antrag zur Behandlung und Abstimmung im Kreistag:

 Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald unterstützt die Einrichtung eines gewählten Behindertenbeirats und eines Behindertenbeauftragten als eine von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige Anlauf- und Ombudsstelle für Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen.

 Begründung:  

Wir halten die Einrichtung eines gewählten Behindertenbeirats und einer oder eines Behindertenbeauftragten, die/der vom Behindertenbeirat gewählt wird, für dringend notwendig. Die Liga der freien Wohlfahrtsverbände hat einen Vorschlag ausgearbeitet, der im großen Ganzen praktikabel ist und in die Praxis umgesetzt werden kann.

 Die im März 2009 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention erfordert für alle Beteiligten ein Umdenken in allen Bereichen und die Umsetzung in die Praxis verlangt erhebliche Veränderungen. Dabei kann ein Behindertenbeirat wertvolle Dienste leisten, da die Bedürfnisse und Erfordernisse von Menschen mit Behinderung durch die Betroffenen selbst am besten eingebracht werden können.

 Die oder der Behindertenbeauftragte soll eine von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige Anlauf und Ombudsstelle für Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen sein, der bei Unstimmigkeiten mit Leistungserbringern und Leistungsträgern als

 Vermittler auftritt. Dadurch können Missverständnisse schneller geklärt und Kontroversen leichter beigelegt werden. Mit sehr geringen Kosten kann so eine Service- und Vermitt-

lungsstelle für Menschen mit Behinderung geschaffen werden, die für alle Beteiligten Vorteile bringen wird.  

 Barbara Schweier                                                               Dora Pfeifer-Suger

Erstellt am Dienstag, 1. Juni 2010
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Unterstützung für Servicewohnprojekt

Grüne Kreistagsfraktion will Landkreiszuschuss für das Neubauprojekt Service-Wohnen am Seepark

„Wir wollen nach wie vor erreichen, dass der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit einem Zuschuss das Neubauprojekt Service-Wohnen des Rings der Körperbehinderten e. V. am Seepark in Freiburg unterstützt“, erklärt Grünen-Kreisrätin Dora Pfeifer-Suger. „Im Landkreis gibt es kein vergleichbares Angebot. Servicewohnen mit einem 24-Stunden Assistenzservice  kann auch nicht dezentral organisiert oder angeboten werden. Dies wäre für die Menschen, die auf dieses Angebot angewiesen sind, nicht bezahlbar. Oft bleibt dann nur die Unterbringung in einem Altenpflegeheim, was für junge Menschen nicht zumutbar ist. Leider können oder wollen dies ein Teil der Kreisrätinnen und Kreisräte immer noch nicht einsehen“.

Grundsätzlich stehen wir Grünen dafür, dass alles dafür getan wird, dass Menschen mit Behinderungen ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen können. Um dies zu ermöglichen sei Barrierefreiheit in allen Bereichen,  entsprechende Wohnungs- und Arbeitsplatzangebote und eine dem jeweiligen Bedürfnis entsprechenden Assistenz erforderlich.

„Die Servicewohnanlage am Seepark bietet Menschen mit körperlichem Handicap die Möglichkeit, selbständig in den eigenen vier Wänden zu leben und den Tagesablauf zu bestimmen, auch wenn sie mehrmals täglich für bestimmte Tätigkeiten, wie zum Bespiel Transfer auf die Toilette oder ins Bett, Assistenzbedarf haben. Dazu ist ein 24-Stunden-Assistenzservice unbedingt notwendig “, erklärt Dora Pfeifer-Suger und fragt: „Sollen Menschen mit körperlichem Handicap  diese Chance auf ein weitgehend selbständiges Leben nicht bekommen, nur weil sie im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wohnen?“

Die Nachfrage nach den Wohnungen im Service-Wohnbereich des Rings der Körperbehinderten ist groß und die Warteliste lang. Deshalb soll die Wohnanlage jetzt auch erweitert werden.  Mit ambulanten Pflegediensten oder ambulanten Assistenzangeboten könne kein vergleichbares Service-Angebot geschaffen werden, erklären die Grünen. Pflegedienste müssten aus organisatorischen Gründen einen festen Zeitplan erstellen. Da sei es dann nicht möglich, flexibel zu entscheiden wann man morgens aufsteht oder abends ins Bett geht. Zudem seien so genannte barrierefreie Wohnungen bei weitem nicht immer rollstuhltauglich. Auch mit der Barrierefreiheit sei es in den Landkreisgemeinden nicht zum Besten bestellt. Der öffentliche Personennahverkehr könne von Rollstuhlfahrern nur sehr eingeschränkt oder gar nicht genutzt werden. Barrierefreie Busse seien eher die Ausnahme als die Regel und viele Bahnhöfe seien nicht barrierefrei zugänglich. Dies gelte auch teilweise für Nahverkehrszüge. Die Teilhabe am politischen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft sei für Menschen mit körperlichem Handicap deshalb sehr eingeschränkt.

Erstellt am Mittwoch, 11. November 2009
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OV Müllheim-Neuenburg: Keine Militäraufmärsche in Müllheim – Sa., 27. Juni 2009: Fest für den Frieden

Der Ortsverband von Bündnis 90 / Die Grünen protestiert gegen den geplanten Marsch von 1500 bewaffneten Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade am Samstag, den 27. Juni 2009 durch die Straßen von Müllheim.

»Militäraufmärsche, Appelle und andere militärische Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind Machtdemonstrationen, wie sie von autoritären und diktatorischen Regimen genutzt werden. In einem demokratischen Rechtsstaat ist dafür kein Platz«, so Dora Pfeifer-Suger und Ulrike Liebisch von den Müllheimer Grünen. Die militärischen Machtdemonstrationen wecken vor allem Erinnerungen an die schlimmen Zeiten in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. »Auf was soll die Bevölkerung durch öffentliche Aktionen wie Appelle und Märsche vorbereitet werden?« fragen die Grünen. »Auf einen neuen Militarismus, vielleicht nach den Vorstellungen von Innenminister Schäuble?« Manch einer Bürgerin oder einem Bürger wird da ein kalter Schauer den Rücken herunter laufen.

Allein die Tatsache, dass der Hartmannsweilerkopf als Ausgangspunkt für einen Sternmarsch genutzt wird, zeige, dass führende Militärs offensichtlich nichts aus den katastrophalen Folgen der zwei Weltkriege gelernt haben, so die Müllheimer Grünen. Etwa dreißigtausend Soldaten sind in den sinnlosen Kämpfen um diesen einen Berggipfel gefallen. Hinter dieser abstrakt anmutenden Zahl stehen dreißigtausend Einzelschicksale, dreißigtausend meist junger Menschen, die ihr Leben nicht leben konnten, weil sie strategischen Machtspielen geopfert wurden. »Der Hartmannsweilerkopf ist ein Ort der Besinnung, des Gedenkens und der Trauer, diesen als Start für einen Sternmarsch anlässlich eines militärischen Jubiläums zu missbrauchen ist Zynismus pur«.

»Dies wäre bereits der zweite Militäraufmarsch in Müllheim innerhalb eines halben Jahres. Wir fordern die Deutsch-Französische Brigade auf, diese Art von Machtdemonstration in der Öffentlichkeit zu unterlassen. Das Kasernengelände ist groß genug, so dass militärische Zeremonien und Aufmärsche dort abgehalten werden können, wenn sie denn unbedingt sein müssen«, so Dora Pfeifer-Suger. »Der öffentliche Raum gehört dem zivilen Leben. Auch wenn Bürgermeister Dr. Lohs wohl gefallen an den Militäraufmärschen gefunden hat, fordern wir ihn auf, diese in der Öffentlichkeit zu unterbinden«.

Friedlicher Protest gegen den Militäraufmarsch: Samstag, 27.6., 7.30 Uhr, Werderstraße/Moltkestraße, Müllheim – weitere Informationen zur Aktion (BZ) – Wir wollen dieser Machtdemonstration friedlichen Protest in Form eines Straßenfest entgegensetzen und zeigen, dass wir die Militarisierung des zivilen Raums nicht einfach hinnehmen werden. Wir brauchen Euch alle dazu. Bitte kommt an diesem Samstag ab 7.30 Uhr in die Werderstraße, mit. Pace-Fahnen, Transparente, Blumen, Pappnasen, Luftballons.

Erstellt am Donnerstag, 18. Juni 2009
Kategorie: In Text & Bild, OV Müllheim-Neuenburg, Termin & Ort | 10 Kommentare »

2009: Bestes grünes Kreistagswahlergebnis im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bisher

Mit 14,1 Prozent konnte bei der Kreistagswahl das grüne Ergebnis des Jahres 2004 (13,7%) noch einmal leicht verbessert werden. Prozentual haben wir damit das beste grüne Kreistagswahlergebnis im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bisher erreicht. Die Fraktionsgröße ist mit neun KreisrätInnen gleich geblieben.

Wir danken allen Wählerinnen und Wählern für ihr Vertrauen und bedanken uns natürliche ebenso auch bei allen KandidatInnen auf den grünen Kreistagslisten.

Im Einzelnen sieht das Ergebnis wie folgt aus:

CDU 39,5% (bisher 45,2%) – 31 Sitze (-3)
FW 20,8% (bisher 18,8%) – 13 Sitze (+1)
SPD 16,2% (bisher 15,3%) – 10 Sitze
GRÜNE 14,1% (bisher 13,7%) – 9 Sitze
FDP 8,9% (bisher 7,1%) – 6 Sitze (+2)
LINKE 0,5% – kein Sitz

Für die neue grüne Fraktion wurden damit gewählt:

Wahlkreis I
Mössner
Wolfgang Mössner
Chemotechniker
56 Jahre, Ihringen

3013 Stimmen – neu im Kreistag

Wahlkreis II
Westermayer
Gerlinde Westermayer
Rentnerin
61 Jahre, Gundelfingen

1152 Stimmen

Wahlkreis III
Müller-Sandner
Dr. Karin Müller-Sandner
Zahnärztin, z.Zt. Hausfrau
57 Jahre, Schallstadt-Wolfenweiler
 
4067 Stimmen – neu im Kreistag
 
Wahlkreis IV
Faller
Adalbert Faller
Schreinermeister
59 Jahre, March-Hugstetten
 
2714 Stimmen, Ausgleichssitz
 
Wahlkreis V
Petersen
Uwe Petersen
Ingenieur
56 Jahre, Hartheim

2084 Stimmen – neu im Kreistag

Wahlkreis VII
Pfeifer-Suger
Dora Pfeifer-Suger
Büroangestellte, Kreisrätin
55 Jahre, Müllheim

3565 Stimmen

Wahlkreis VII
Dr. Martin Richter
Dr. Martin Richter
Arzt
61 Jahre, Müllheim

2879 Stimmen, Ausgleichssitz – neu im Kreistag

Wahlkreis VIII
Schweier
Barbara Schweier
Hausfrau und selbständige Lehrerin
49 Jahre, Kirchzarten

1891 Stimmen

Wahlkreis X
Leopold Winterhalder
Leopold Winterhalder
Kinobetreiber
48 Jahre, Titisee-Neustadt

3241 Stimmen

Informationen beim Landkreis

P.S.: Auf unseren Plakaten haben wir groß »Mach mit!« plakatiert. Das ist auch so gemeint – Kommentare sind hier auf der Website ebenso gern gesehen wie in Veranstaltungen oder im direkten Kontakt – und natürlich freuen wir uns auch über ein »Mitanpacken« in den grünen Ortsverbänden. Mehr zum Thema: Mitglied werden.

Erstellt am Montag, 8. Juni 2009
Kategorie: Kreistagsfraktion, Kreisverband, Neu & interessant | 2 Kommentare »

Kreistagswahl: Dora Pfeifer-Suger

Dora Pfeifer-SugerIch heiße Dora Pfeifer-Suger (Jg. 1953). Von Beruf bin ich Büroangestellte, ich bin verheiratet und habe zwei Kinder und zwei Enkelkinder.

Mein politisches Engagement begann Ende der 1970er Jahre bei »Frauen helfen Frauen« in Lörrach und in verschiedenen Umweltschutzinitiativen. Seit vielen Jahren bin ich in der ehrenamtlichen Asylbetreuung tätig.

Seit 2004 sitze ich für Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag und bin Mitglied in der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Südlicher Oberrhein. Seit 2007 bin ich Gemeinderätin der ALM in Müllheim.

Ich bin Mitglied der AGUS Markgräflerland e. V. und des BUND.

Meine Schwerpunkte in meiner Kreistagstätigkeit waren der Sozialbereich und die Finanzen.

Im Sozialbereich sehe ich auch die zukünftigen Schwerpunkte meiner politischen Tätigkeit. Dazu gehören:

  • Stärkung der Rechte von Menschen mit Behinderungen, sowie Teilhabe und Inklusion in alle/n Lebensbereichen
  • Barrierefreiheit: Zugänge zu allen öffentlichen und kulturellen Bereichen.
  • Einrichtung eines Behindertenbeirats und eines gewählten, behördenunabhängigen Behindertenbeauftragten.
  • Einführung eines Sozialtickets für Menschen mit geringem Einkommen.
  • Anpassung der Mietsätze der ARGE und des Sozialamtes an die tatsächlichen Mietpreise.
  • Verbesserung der Beratungs- und Betreuungsangebote für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen.
  • Echte Förderung und Qualifizierung von arbeitslosen Menschen durch die ARGE.
  • Für alle bezahlbare Betreuungsangebote für Kinder mit verschiedener pädagogischer Ausrichtung.

Darüber hinaus sind mir das Abschalten des Atomkraftwerks Fessenheim und die Gentechnikfreiheit von Landwirtschaft und Lebensmitteln eine Herzensangelegenheit.

Erstellt am Freitag, 5. Juni 2009
Kategorie: Kreisverband, Neu & interessant | Kommentieren »